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neuigkeiten, daten und events rund um den simulator

update 06.06.2025: Wir können den Sim fahren!

Im Spätherbst 2024 ist mein Cousin Stefan Rohrer zu unserem Team dazugestossen. Er bringt eine grosse Erfahrung in den Bereichen Simulator und PC Hardware, Schnittstellenprogrammierung und der Programmierung von Szenerien und Szenarios mit. Seitdem ist er die "Rakete" in unserem Team, nicht zuletzt weil ich mit meiner Fluglehrer Aus- und Weiterbildung bei SWISS sowie der Organisation des 30 Jahre Jubiläums des Fliegermuseums Altenrhein (wo auch unser Sim steht) stark ausgelastet war, und auch mein Vater diverse andere Projekte zu betreuen hatte.

Dank seiner tollen Unterstützung kamen wir seit dem Winter 2024/25 gut voran. Die Freude war immens, als wir gestern kurz nach dem Mittag den Sim zum ersten Mal mit den originalen Hebeln und Schaltern bedienen und fahren konnten. Was für ein Meilenstein!

Folgende Meilensteine konnten seit dem letzten Update erreicht werden:

  • Der Vakuum Bremsschieber wurde mittels Zahnrädern mit einem Potentiometer verbunden, der den Bremshebelwinkel in den PC übermittelt. Damit ist nun die Zugsbremse in Betrieb. 
  • Mein Vater konnte mit einem Freund eine Holzrahmen-Konstruktion erstellen, mit dem wir den BenQ 55" 4K Bildschirm vor dem Frontfenster auf der Lokführerseite befestigen. 
  • Der Monitor konnte gestern mittels dieser Konstruktion montiert werden. 
  • Ein sehr potenter, von Stefan vorkonfigurierter PC konnte gestern in Betrieb genommen werden.
  • Stefan hat Fehler in den Szenerien bereinigt und ein gutes Dutzend Szenarien mit viel Verkehr und Detailtreue programmiert, die unsere zukünftigen  Kund:innen beschäftigen werden. 
  • Gestern, am 5. Juni 2025, konnten wir zum ersten Mal mit diesem Setup die Lok fahren, mit allen originalen Bedienelementen in Betrieb ausser der Lokbremse. 

Was noch ansteht:

Unsere gestrigen Erfahrungen mit dem BenQ 55" 4K Monitor sind so überwältigend, dass wir uns trotz der Kosten zur Anschaffung von zwei weiteren Monitoren entschieden haben. Diese werden vor dem Beifahrerfenster (linkes Frontfenster) sowie neben dem Seitenfenster rechts montiert, Die Immersion sollte auf diese Weise unglaublich echt werden.

Nachdem wir nun die Vakuumbremshebel-Position mittels Potentiometer an den PC übermitteln, müssen wir nun noch den aus dem physikalischen Modell des Trainsim resultierenden Vakuumdruck auf die Bremsarmaturen übermitteln. Da die Anzeiger rein pneumatisch funktionieren, müssen wir einen kleinen Vakuumkreislauf erstellen, dessen Vakuumdruck mit einem elektronischen Ventil genau auf den Druck gesetzt wird, den die Software berechnet. 

Für die Druckluftbremse der Lok arbeiten wir genau anders herum: Wir werden einen kleinen 8 bar Druckkreislauf erstellen, der die Bremsarmatur der Hautpleitung ansteuert. Mit dem Lokbremsventil füllen und entleeren wir einen kleinen Tank, dessen Druck auf den Bremsarmaturen den Lokbremszylinderdruck anzeigt. Dieser Druck wird auch digital an den PC übermittelt, und steuert so das Bremsverhalten der Lok..

Ebenfalls so gut wie möglich müssen wir noch die Türsteuerung mit dem Sim verknüpfen. Da der Trainsim die Originalfunktionalitäten der RhB Türsteuerung nicht zulässt, werden wir einen guten Kompromiss finden, der für das Fahren des Sims vertretbar ist. Wir sind nahe an einer Lösung.

Nun planen wir, diese technischen Hürden bis in den Sommer 2025 gelöst zu haben, so dass wir im Frühherbst mit dem Probebetrieb und Detailkorrekturen weiterfahren können. Gegen Ende 2025 rechnen wir mit der Inbetriebnahme des Simulators.

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update 27.10.2024: langsam geht's auf die zielgerade

Im Sommer 2024 konnte unser Team wegen einiger beruflicher und privater Herausforderungen nur mit reduzierter Zugkraft am Loksimulator weiterarbeiten. Der Loksimulator ist schliesslich ein Herzblutprojekt, das nur in unserer Freizeit weiterkommt. Ein sehr intensiver Einsatzplan und die Linienfluglehrerausbildung des Projektleiters bei SWISS sowie der private Umzug des Chefingenieurs haben einiges an Freizeit weggefressen. Jetzt geht's aber mit Schwung auf die Zielgerade.

Folgende Meilensteine konnten seit dem letzten Update erreicht werden:

  • Wir haben die Visualisierung mittels Beamern und Leinwand in einer Studie durch die Firma Benq abklären lassen, die verdankenswerterweise die ganze Geometrie des Führerstandes dreidimensional umgesetzt und die Geometrien berechnet hat. Der Aufwand mit einer über 10 Meter hohen Leinwand, die mehrere Meter vor dem Führerstand steht, hätte diverse Nachteile bedeutet: hohe Kosten für die Riesen-Leinwand und drei Beamer, grosser technischer Aufwand um Streulicht von den Hangar-Fenstern abzudämmen, ein gigantischer Platzbedarf im Fliegermuseum Altenrhein, das uns die Miete per benutztem Quadratmeter berechnet, sowie eine sehr aufwändige oder unmögliche Mobilität, um den Simulator für externe Anlässe (z.B. Messen) zu verschieben. Dazu kommen Limiten der Simulationssoftware, die nativ keine Rundumsicht generiert. Da ein Lokführer praktisch nur nach vorne auf das vor ihm liegende Gleis schaut, ist die Seitensicht auch nicht stark massgebend. Deshalb werden wir – zumindest in einem ersten Schritt – mit einem grossen Flachbildschirm hinter dem Lokführerfenster arbeiten. So sollte genügend Realitätseindruck bei absolut überschaubarem Aufwand entstehen. Die Ironie dieses Entscheides: Die Idee zum Projekt Loksimulator entstand, als ich die Frontfenster der Ge 6/6 II gesehen habe und scherzte, dass die schon beim Umbau in den 1980er Jahren das viel spätere Fernsehformat 16:9 hatten...und nun wird wohl ein solcher Monitor verbaut :)
  • Für den berühmten Hasler-Tachometer konnte eine noch einfachere, aber mindestens so präzise Antriebslösung gefunden werden. Er wird nun mit einem pulsweitemodulierten Signal (einem Pseudo-Sinus) gespeist, der das ursprüngliche Signal des Achsgebers simuliert. 
  • Sämtliche bis jetzt im Labor nur gesteckten Elektronikkomponenten wurden von unserem Chefingenieur nun in industrietauglichen Komponenten verpackt und auf dem Elektronikrack installiert. 
  • Der Kontroller, der den Stufenschalter steuert, ist wieder im Führerpult eingebaut.

Was noch ansteht:

  • Aussensicht / Visual: In Zusammenarbeit mit der Firma Benq suchen wir einen passenden Flachbildschirm, der unsere Bedürfnisse optimal abdeckt.
  • Das Bremssystem ist unser letzter Knackpunkt. Wir brauchen Lösungen, um die Position des Zugs- und Lokbremsventils an den Computer zu übertragen. Die Parameter aus dem Bremsmodell werden dann wiederum von zwei pneumatischen Kreisläufen (Druckluft-Lokbremse und Vakuum-Zugsbremse) für die absolute Authentizität (Betrieb der Bremsarmaturen und -anzeigen im Führerstand) abgebildet. Dazu werden im Technik-Rack an der Führerstands-Rückwand eine Druckluftversorgung und eine Vakuumpumpe eingebaut.
  • Kauf eines geeigneten PCs mit auf unsere Bedürfnisse zugeschnittenen Hardware-Komponenten und Leistung.

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update 25.01.2024: Die Elektronik läuft, die Lok steht (ein bisschen) unter strom

Es geht in grossen Schritten weiter: Das Technik- und Elektronik-Rack an der Rückwand der Lok ist mittlerweile fertig bestückt mit mehreren Stromversorgungen, Computern und viel Elektronik, um die analoge 1950er Technologie der Lok mit der 2020er Technologie der Computerumgebung vereinbar zu machen. Und die Niedervolt-Stromversorgung funktioniert: Die Lok beginnt wieder zu "leben"!

Folgende Meilensteine konnten seit dem letzten Update erreicht werden:

  • Herbst 2023: Praktisch die gesamte Schnittstellenarbeit für alle weiteren Komponenten, von Scheibenwischer bis zur Türsteuerung, vom Kompressorschalter bis zur Vakuumpumpe konnte abgeschlossen werden. Dank der Unterstützung von Urs Brosi von der RhB, der uns verdankenswerterweise alte Elektronikzeichnungen beschaffte, konnten wir die Funktionalitäten und Verbindungen auf den alten Klemmleisten identifizieren, und den Einzug neuer Kabel vorbereiten.
  • November 2023: Das neue Technik- und Elektronik-Rack, das sämtliche Stromversorgungen, Computer und die Klemmleisten für die Verkabelung beherbergen wird, konnte mit der grossen Unterstützung von Gazmed Ibrahimi, einem professionellen Elektriker der Firma Regatron AG, verdankenswerterweise gefertigt und an die Führerstands-Rückwand verbaut werden. Nach und nach werden darauf die verschiedenen elektronischen Komponenten eingesetzt.
  • Dezember 2023: Für die Schnittstellen und Verbindungen zum neuen Elektronik-Rack an der Lok-Rückwand wurden Kabel von den alten originalen Klemmleisten auf ein neues Verteilbrett in der Loknase gezogen, und von dort mittels Kabelbäumen zum Elektronik-Rack weitergeführt. Die Komponenten wurden uns verdankenswerterweise von der Firma Phoenix Contact via die Firma Regatron zur Verfügung gestellt.
  • Januar 2024: Erste Originalkomponenten wurden wieder aus dem Labor in den Führerstand zurückgeholt und installiert. Diverse Komponenten können nun bedient werden bzw. zeigen realistische Werte an. Die Lok kann über den Steuerschalterblock "aufgerüstet" werden: Beim Einschalten des Steuerstroms, (simuliertem) Heben des Pantografen und Einschalten des Hauptschalters schlagen die entsprechenden Anzeigen aus. So wird z.B. beim Betätigen des Hauptschalters die 11kV Fahrdrahtspannung angezeigt. Ferner läuft nun das 36V Bordnetz wieder. So konnte die Lokbeleuchtung innen und aussen wieder in Betrieb genommen werden. Herrlich, wenn die Ge 6/6 II wieder Spitzenlicht trägt!

Was noch ansteht:

  • Aussensicht / Visual: Wir sind mit dem Visual beschäftigt, der Aussensicht, die mittels Leinwand und Kurzdistanzbeamern realisiert werden soll.
  • Einbau einer Druckluftversorgung und einer Vakuumpumpe unter dem Technik-Rack an der Führerstands-Rückwand, und Aufbau von zwei pneumatischen Kreisläufen (Druckluft-Lokbremse und Vakuum-Zugsbremse) für die absolute Authentizität (Betrieb der Bremsarmaturen und -anzeigen im Führerstand)
  • Einbau des Kontrollers aus dem Labor in den Führerstand (war bis jetzt wegen der Platzverhältnisse beim Verkabeln nicht möglich)
  • Kauf eines geeigneten PCs mit auf unsere Bedürfnisse zugeschnittenen Hardware-Komponenten und Leistung

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update 26.07.2023: bald ist probebetrieb im labor möglich

Wir sind wieder einige grosse Schritte weitergekommen, soweit unsere Berufe dies zulassen. Mittlerweile sind diverse alte Kabel und Kabelbäume entfernt, die Rückwand für die Aufnahme des Installationsracks und der weiteren Komponenten (Druckluft- und Vakuumversorgung) vorbereitet worden, und auch im Labor wurden einige weitere analoge Komponenten aus dem Führerstand erfolgreich mit der Simulator-Software verbunden.

Als nächste Schritte werden nun auf den alten Klemmleisten die neuen Kabel eingezogen, um alle Funktionalitäten sicherzustellen, und die Originalkomponenten wieder aus dem Labor in den Führerstand zurückgeholt und installiert.

Daneben sind wir mit dem Visual beschäftigt, der Aussensicht, die mittels Leinwand und Kurzdistanzbeamern realisiert werden soll.

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Update 07.12.2022:

Das Projekt gedeiht – wir kommen schritt für schritt voran

Seit der Führerstand am 14. Juni 2022 von Stocker Netzbau im Fliegermuseum Altenrhein abgeladen worden ist, sind wir emsig am Arbeiten.

Chefingenieur Christian Rohrer ist daran, alle mechanischen, elektrischen und pneumatischen Bedien- und Anzeige-Komponenten im Führerstand mit der digitalen Umgebung des PC kompatibel zu machen.

Simon Heinz hat all sein Wissen im Facility Management investiert, um die Lok schonend zu reinigen, und trotzdem ihre Patina und den Geruch nach 57 Jahren Einsatz auf der Rhätischen Bahn nicht "wegzureinigen".

Folgende Meilensteine konnten erreicht werden:

  • September 2022: Die elektromechanischen Schutzmechanismen und Verriegelungen des Steuerkontrollers konnten mit Relaisschaltungen umgangen werden. Er arbeitet nun wieder wie in der Lok.
  • Oktober 2022: Die Stufen des Kontrollers konnten ausgelesen und digital mit dem PC verbunden werden. Nun ist es möglich, den Trainsim auf dem PC mit dem originalen Stufenkontroller zu fahren.
  • November 2022: Ein Grossteil der Register im Trainsim konnten identifiziert und ausgelesen werden. Nun ist es möglich, mit einem elektrischen Stufenschalter die Vakuumbremse zu simulieren und den Zug im PC damit zu bremsen.
  • November 2022: Eine 1000W Dolby Surround Soundanlage wurde in den Sim installiert, Sie wird dann für den authentischen Sound aller Systeme sorgen, die nicht mehr original installiert sind, wie z.B. der Stufenschalter oder die Fahrmotorlüfter.
  • Dezember 2022: Unser Chefingenieur und ein Ingenieurskollege haben im Labor der Elektronikfirma, für die sie arbeiten, mit einer hochpräzisen Stromquelle den originalen Hasler Tachometer zum Leben erweckt und seine Charakteristik ausgelesen. Dies erlaubt uns, die Lok nachher mit funktionierendem Originaltachometer zu fahren.

Was noch ansteht;

  • Aussensicht / Visual
  • Aufbau von richtigen pneumatischen Kreisläufen (Druckluft-Lokbremse und Vakuum-Zugsbremse) für die absolute Authenzitität
  • Schnittstellenarbeit für alle weiteren Komponenten, von Scheibenwischer bis zum Pfeifengriff, vom Kompressorschalter bis zur Vakuumpumpe
  • Verkabelung aller Komponenten mit der A/D Schnittstelle
  • Einbau aller Komponenten aus dem Labor in den Führerstand
  • Einbau eines Technik-Racks hinter der Führerstands-Rückwand (für Kompressor, Vakuumpumpe und PC)

Update 14.06.2022:

Lokfront erfolgreich abgetrennt und nach Altenrhein transportiert

Heute konnten wir mit tatkräftiger und professioneller Hilfe des Teams von Stocker Netzbau AG auf dem Areal von Vögele Recycling in Chur die Lokfronten der 703 abtrennen. Das versierte Team von Vögele schaffte es mit Flex und Schweissbrenner in über 6h brachialer Arbeit, die beiden Führerstände abzutrennen. Die Mannschaft von Stocker verlud anschliessend beide Führerstände auf ihren Tieflader, und brachte den Führerstand II zu uns in Fliegermuseum Altenrhein. Anschliessend wurde der Führerstand I mit einem Nachtstop in Bubikon an seinen Bestimmungsort nach Boltigen im Simmental gefahren, wo ihn der Verein DESM übernimmt.

In diesem Beitrag von SRF Schweiz Aktuell sind die Arbeiten des heutigen Tages zu sehen.

Update 13.06.2022:

Lok 703 erfolgreich nach Chur überführt

Am heutigen Montag konnten wir die Lok 703 fahrplangemäss von Landquart nach Chur überführen. Unser Lokführer und Engineering Mitarbeiter Riccardo Keller machte zusammen mit der Lokleitung das Unmögliche möglich, und organisierte als Zugpferd für die letzte Fahrt unserer Ge 6/6 II 703 "St. Moritz" die etwas ältere Ge 4/4 I 605 "Silvretta", eine der nur noch drei übrig gebliebenen einsatzfähigen Loks dieser Serie. So wurde die 703 von einer Epochenschwester nach Chur gezogen. Kaum in Chur angekommen, machte sich unser Team an die Vorbereitungsarbeiten zur morgigen Zerlegung auf dem Areal der Vögele Recycling.